Gespeichert von krk am So., 30.09.2018 - 21:28

Vorwort:

Diese Dienstvorschrift schult das einheitliche Vorgehen des KRK-Trupps im urbanen Gelände Ausrüstung, Mannstärke und Vorgehensweisen entsprechen in einigen Fällen NICHT dem realen Vorbild, sondern wurden zu Gunsten der Erhaltung der Spielbarkeit verändert. Vorrangig dient das Handbuch als Ausbildungsmaterial und Nachschlagewerk.

1. Allgemein

Orts- und Häuserkampf ist eine eigene Wissenschaft. Es ist in diesem Rahmen unmöglich alle Facetten abzudecken. Was hier beschrieben wird sind:

  • Verändertes Lagebewusstsein beim Eintritt in den Ortskampf
  • Bewegungs- und Sicherungsmöglichkeiten
  • Grundlagen zum Sichern von Gebäuden

Wer das Thema noch weiter vertiefen will, dem empfehle ich viel Übung und das Lesen einschlägiger Literatur. Die hier vermittelten Grundsätze sollen „nur“ dazu dienen, innerhalb unserer Organisationselemente (Gruppe und Zug) dieselben Standards zu setzen, um einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen.

1.1. Grundlagen

Der Ortkampf ist dreidimensional. D.h. der befohlene Sicherungsbereich ist nicht nur am Boden, sondern auch nach oben (bis hin zu den Dächern) abzudecken. Gefordert sind zusätzlich eine große Flexibilität und Beweglichkeit. Flankenmanöver können vom Feind oft sehr schnell und vor allen gedeckt, durchgeführt werden. Wenn die eigenen Einheiten nicht die komplette Breite der Ortschaft (und somit der Deckungsmöglichkeiten) abdecken, kann der Feind jederzeit auch hinter den eigenen Reihen auftauchen. Eine permanente Rundumsicherung ist deshalb IMMER aufrecht zu halten.
Im Ortskampf bildet jede Halbgruppen selbst diese Rundumsicherung. Jede Halbgruppe ist also ein eigenständiges Sicherungselement mit 360° Sicherungswinkel. Das erfordert äußerst gering Abstände zueinander. Die Gefahr von hohen Verlusten durch Explosionen und Maschinenwaffen ist dadurch immer gegeben, wird aber in Kauf genommen. Außerdem ist die nächste Schutzdeckung meist nicht weit weg.
Die geringen Abstände bewirken aber, dass die Sicherung lückenloser wird. Wenn die Halbgruppe auf 20m verteilt ist, haben alle Schützen äußerst unterschiedliche Blickwinkel und der Schütze 3 kann z.B. aus Stellungen von hinten beschossen werden, die dem Schützen 4 noch verborgen sind, weil er einfach zu weit hinten ist.
Ortskampf ist mühsam. Für wenige Meter kann oft ein Vielfaches für den Bewegungszeitansatz gerechnet werden. Selbst ohne Feind. Die Notwendigkeit, sich an Deckungen entlangzubewegen und alle Winkel und Gebäude zu sichern, nimmt enorm viel Zeit in Anspruch.

1.1.1. Verhalten des Einzelschützen

Tarnung:

Getarntes Vorgehen ist in vielen Fällen nicht möglich. Wer aber bemüht ist, sich vor dem Feind verdeckt zu bewegen, reduziert die Anzahl der Feuerstellungen des Feindes von denen aus er direkt wirken kann.

Deckung:

Grundsätzlich sollen Bewegungen entlang von Mauern gemacht werden. Die Mauer reduziert den Bereich, aus der Bedrohungen einwirken können um 180°. Da im Ortskampf Bedrohungen immer aus 360° auftreten können, ist das quasi eine Halbierung des Risikos.

Fenster:

Fenster müssen sowohl in, als auch außerhalb von Gebäuden IMMER in einer tiefen Gangart überwunden werden. Dabei ist die Gefahr von direktem Beschuss durch oder aus einem Fenster eher gering, weil der Feind in der Sekunde, in der man im Fenster sichtbar ist, meist nicht reagieren kann. Indirekter Beschuss durch Handgranaten oder RPGs ist aber sehr wahrscheinlich und wirkt auch noch, wenn der Schütze schon nicht mehr im Fenster sichtbar ist, sich aber trotzdem noch im Raum befindet.

Dreidimensional:

Anders als im Feld, können im Ortskampf Bedrohungen auch von erhöhten Punkten aus wirken. Das Erfassen von Gebäuden bis hinauf zum Dach ist somit unerlässlich.

Stellungswahl:

Stellungen sind nach Möglichkeit stehend oder kniend zu wählen, um die Beweglichkeit aufrecht zu erhalten. Liegen oder sitzen macht unbeweglich und das Sichtfeld wird stark eingeschränkt.

Anschlag:

Der Anschlag der Waffe an der linken oder rechten Schulter ist IMMER entsprechend der Stellung anzupassen, um nicht den ganzen Körper beim „um die Ecke lehnen“ zu präsentieren. Zusätzlich kann an Mauerecken die Waffe aufgelegt werden.

Waffen:

Die Feuerart im Ortskampf ist immer auf „Dauerfeuer“ um im Nahkampf schnell, effektiv und mannstoppend wirken zu können. Ziele auf größere Entfernungen sind aber im gezielten Einzelfeuer zu bekämpfen. MG-Schützen und ZF-Schützen sollen nicht zum Sichern von Gebäuden abgestellt werden. Falls nicht anders möglich, ist die Pistole oft besser geeignet.

Handgranaten:

Das Gefechtsfeld ist meist unübersichtlich. Eigene Handgranaten werden auch immer wieder zur Gefahr für Eigene. Eine entsprechende Warnung ist daher immer mündlich auszugeben, wenn Granaten eingesetzt werden.

  • GRANATE FLIEGT! – Warnung wenn eine eigene Granate Richtung Feind geworfen wird.
  • ACHTUNG! GRANATE! – Warnung wenn eine feindliche (oder auch eigene Granate) in eine eigene Stellung fällt

Die Unterscheidung ist wichtig, damit alle Betroffenen die Gefahr der Situation selbst bewerten können. Darum sind die GrpFhr angehalten, immer wieder auf die korrekte Meldung zu achten!

Rückstrahlzone:

Selbst beim Feuern in Straßenzügen ist, die Rückstrahlzone schnell von Mauern, Gebäuden oder Schutthaufen blockiert. Beim Feuern aus Gebäuden heraus, ist noch mehr Vorsicht geboten! „Rückstrahlzone frei?“ muss IMMER bestätigt werden.

1.1.2. Ausrüstung

Munition

der Munitionsverbrauch im Ortskampf ist ca. 2-3 mal höher, als auf freiem Feld. Entsprechend sind die Sperrbestände akribisch zu überwachen. Die MGs müssen ganz gezielt und mit geführtem Feuer eingesetzt werden, um mit der verbrauchten Mun möglichst effektive Ergebnisse zu erzielen.

Sprengmittel

auch der Verbrauch an Handgranaten, UGW und PzF ist viel höher. Eine Einheit, die in den Ortskampf geschickt wird, wird im Normalfall vorher entsprechend versorgt. Wichtig ist, zu jeder Gelegenheit innerhalb der Gruppe eine Munitionsverteilung durchzuführen. Es empfiehlt sich auch, die PzF auf die HGrp zu verteilen. (Granaten sollen am besten im Rucksack gelagert werden, damit jeder Schütze sofort von außen Zugriff hat!)

Blendmittel

ebenso erhöhter Verbrauch.

2. Vorgehen in Straßenzügen

In den nachfolgenden Beschreibungen sind die Schützen der Halbgruppen immer mit 1-4 durchnummeriert. Die Nummern dienen aber nur zur Veranschaulichung und haben nichts mit der Nummerierung innerhalb der Gruppe zu tun. In den Abbildungen ist immer eine Mauer oder zumindest eine vollständige Sichtdeckung dargestellt. Das Vorgehen an niedrigen Hecken oder Zäunen ist auf jeden Fall zu vermeiden. In diesem Fall dringt man in den Garten ein und bewegt sich am dazugehörigen Haus weiter.

2.1. Einteilung der Halbgruppen

Wie beim normalen infanteristischen Vorgehen auch gilt: Feuer und Bewegung. Damit ist auch hier die Einteilung der Gruppe in 2 Halbgruppen erforderlich. Die Reihenfolge, in der sich die einzelnen Mitglieder aufstellen ist hierbei nicht so entscheidend, die Marschreihenfolge ändert sich ohnehin regelmäßig während des Vorgehens. Es gibt aber durchaus für gewisse Waffen oder Funktionen ungünstige Positionen. Z.b. bietet sich für den TrpFhr nicht unbedingt die letzte Position an (Rücksicherung), da sonst die Beurteilung der Lage schwierig wird. Ein schnelles umstellen der Reihenfolge im Trupp ist aber bei 4 Mann schnell durchgeführt, solange jedem Einzelschützen immer bewusst ist, in welche Richtung er sichern soll, wenn er eine neue Position einnimmt. Ist die Gruppe 10 Mann stark, kommt ein fünfter Schütze zur Halbgruppe hinzu, der dann die Rücksicherung übernimmt und der Schütze 4 übernimmt die seitliche Sicherung.

OHK 1

2.2. Selbstsicherung in der HGrp

Wie oben beschrieben, ist jede HGrp zu jeder Zeit für ihre eigene Sicherung verantwortlich. Unten ist dargestellt, wie sich eine HGrp beim Überwinden von freien Flächen (Durchbrüchen, Straßenzüge, Abzweigungen) selbst sichern kann. Durch die Beschaffenheit des Straßenzuges, ist es nicht immer möglich, dass eine HGrp die Andere bei einem Sprung sichern kann. Ist jedoch klar ersichtlich, dass die andere Halbgruppe die Sicherung übernehmen kann, so kann dieser Zwischenschritt weggelassen werden. Die Entscheidung liegt beim jeweiligen TrpFhr in Absprache mit der anderen HGrp. Wenn sich die HGrp beim Überwinden von Abzweigungen oder Mauerdurchbrüchen selbst sichern muss, springen 2 und 3 aber in jedem Fall unter Sicherung der restlichen HGrp zuerst. Egal ob bei 8 oder 10 Mann Gruppen. Der Nachziehende Teil ist bei 10 Mann Gruppen eben 3 Mann stark.

OHK 2 OHK 3 OHK 4 OHK 5
  • 2 und 3 müssen darauf achten, dass sie zwischen sich Platz für die nachziehenden Teile lassen.
  • Nach dem Sprung haben sich die Marschreihenfolge und somit auch die Sicherungsrichtung jedes Schützen geändert!
  • Sollte der TrpFhr am Ende in der Rücksicherung landen, sollte nochmals umgestellt werden.

2.3. Der Truppgerechte Korridor

Ist der Straßenzug äußerst schmal oder bewegt sich die Gruppe in einer Häuserschlucht, kann eine Halbgruppe alleine vorgehen und sich dabei sichern. Die andere Halbgruppe folgt dann im Abstand von 10-15m auf derselben Route und hält sich als Reserve bereit:

  • Verstärke nach vorneOHK 6
  • Bergen von Verwundeten
  • Flankenmanöver
  • Sichern von Gebäuden
  • Ablöse der führenden Halbgruppe

Auch hier bleibt der Schütze 4 der vorderen Halbgruppe in der Rücksicherung. Er kann sich nicht darauf verlassen, dass die Rücksicherung der nachfolgenden Halbgruppe denselben Beobachtungsbereich abdeckt, wie er selbst.

2.4. Verteidigungs- und Wartestellung

Wird eine Halbgruppe zum Halten gezwungen, wird der Sicherungsbereich des 3ten Schützen weiter nach hinten gezogen.

OHK 7

Bei Vorgehen in einem truppgerechten Korridor, zieht man die Halbgruppe von der Straße herunter und bezieht ebenfalls in Wartestellung die linke oder rechte Seite an einer Mauer. Welche Seite entscheidet der TrpFhr. Die hintere Halbgruppe geht in die entsprechend andere Seite.

2.5. Bewegung in breiten Straßen

Wird die Straße so breit, das eine Halbgruppe nicht mehr zur Sicherung ausreicht, bewegt sich die gesamte Gruppe links und rechts auf gleicher Höhe. Hier ist eine Reserve durch die eigene Gruppe nicht mehr gegeben.

OHK 8Der ZgFhr wird also versuchen, im selben Straßenzug eine weitere Gruppe nachfolgen zu lassen, oder zumindest eine Gruppe zentral als Reserve bereit zu halten. Wann immer eine der beiden HGrp langsamer wird, muss die vordere HGrp halten oder langsamer werden.

 

 

 

2.6. Überqueren von T-Kreuzungen

An T-Kreuzungen ist immer ein Richtungswechsel erforderlich. Allen Gruppenmitgliedern muss klar sein, in welche Richtung es weitergeht – daraus ergibt sich das weitere Vorgehen.

  • Beide Halbgruppen rücken bis an die Ecken vor und beziehen Stellung.OHK 9
  • Falls die Gebäudeecken nicht auf selber Höhe sind, darf die HGrp, die den weiteren Weg hat, erst weiter vorrücken, wenn die nähere Ecke als gesichert gemeldet wurde!

 

 

 

  • Die HGrp mit dem weiteren Weg, setzt über und geht in Verteidigungsstellung.OHK 10
  • Hier kann nach Ermessen des TrpFhr auch unter Eigensicherung und nicht unter Sicherung der anderen HGrp gesprungen werden. D.h. Schütze 2 und 3 springen und sichern am Ziel nach links und rechts ab. Sie müssen ausreichen Platz zwischen sich lassen, um 1 und 4 beim Nachziehen aufnehmen zu können. Hier ändert sich dann auch die Marschreihenfolge!! (neue Sicherungsbereiche)
  • Falls der TrpFhr hier in der hintersten Position ankommt, ist vor dem Weitermarsch entsprechend zu tauschen.

 

  • Die linke HGrp bewegt sich erst um die Ecke, wenn von der anderen Seite „Sicherung steht!“ kommt. OHK 11
  • Sobald das geschehen ist, wird der Marsch wieder aufgenommen und die gesamte Gruppe bewegt sich weiter, sobald sie wieder auf gleicher Höhe sind.

 

 

2.7. Abzweigung und Y-Kreuzung

Wird hier eine Richtungsänderung durchgeführt, dann gilt das nachfolgende Kapitel „Vier-Wege-Kreuzung“. Andernfalls zeigt die Darstellung „nur“ das Überqueren der Abzweigung.

  • Die rechte HGrp arbeitet sich an die Ecke vor und baut eine Sicherung aufOHK 12
  • Die linke HGrp bleibt solange sichtgedeckt hinter der Ecke

 

 

 

 

  • Sobald die Sicherung steht, bewegt sich die linke HGrp an der Wand weiter, bis sie die Abzweigung passiert hat. Wichtig ist hierbei, dass sie so weit vorrückt, das sie aus der Abzweigung heraus nicht mehr beschossen werden kann (falls das durch die Gebäudeform überhaupt möglich ist)OHK 13

 

 

 

 

  • Die rechte HGrp springt unter Selbssicherung über die Abzweigung.OHK 14
  • Schütze 1 und 4 bleiben in Sicherung, während 2 und 3 springen.
  • Falls der Sicherungsbereich in den Abzweig hinein enorm groß ist, und somit von einem einzelnen Schützen schlecht überwacht werden kann, ist der Feind mit Nebel zu blenden.
  • 1 und 4 beziehen Stellung an der gegenüberliegenden Ecke und lassen zwischen sich genügend Platz, um 2 und 3 beim Nachziehen aufnehmen zu können.

 

  • Sobald die rechte HGrp „Nachgezogen“ meldet, wird wieder gemeinsam auf selber Höhe weiter vorgegangen. OHK 15
  • Falls der TrpFhr hier in der hintersten Position ankommt, ist vor dem Weitermarsch entsprechend zu tauschen.

 

 

 

 

2.8 Vier-Wege-Kreuzung (Überqueren)

 

  • Beide HGrp rücken bis an die Ecken vor und bauen die Sicherung auf.OHK 16
  • Falls die Gebäudeecken nicht auf selber Höhe sind, darf die HGrp, die den weiteren Weg hat, erst weiter vorrücken, wenn die nähere     Ecke als gesichert gemeldet wurde!

 

 

 

  • Beide HGrp springen gleichzeitig oder nacheinander (Entscheidung GrpFhr) unter Eigensicherung über die Kreuzung.OHK 17
  • Falls der Sicherungsbereich in die Kreuzungsarme hinein enorm  groß ist, und somit von einem einzelnen Schützen schlecht überwacht werden kann, ist der Feind mit Nebel zu blenden 
  • 2 und 3 müssen nach Erreichen der anderen Seite zwischen sich genügend Platz für die nachziehenden Teile lassen.

 

 

 

  •  OHK 18Restliche Teile ziehen nach. Sobald alle „marschbereit“ melden, wird gemeinsam auf einer Höhe weiter vorgegangen.

 

 

 

2.9. Vier-Wege-Kreuzung (Abbiegen)

Das Abbiegen auf Vier-Wege-Kreuzungen ist ähnlich der T-Kreuzung durchzuführen. Allen Gruppenmitgliedern muss klar sein, in welche Richtung es weitergeht – daraus ergibt sich das weitere Vorgehen.

  • OHK 19Beide HGrp rücken bis an die Ecken vor und bauen die Sicherung auf. 
  • Falls die Gebäudeecken nicht auf selber Höhe sind, darf die HGrp, die den weiteren Weg hat, erst
    weiter vorrücken, wenn die nähere Ecke als gesichert gemeldet wurde!
  • Falls der Sicherungsbereich in die Kreuzungsarme hinein enorm groß ist, und somit von einem einzelnen Schützen schlecht überwacht werden kann, ist der Feind mit Nebel zu blenden

 

 

 

 

 

  • OHK 20Die HGrp mit dem längeren Weg, springt unter Eigensicherung diagonal über die Kreuzung. 
  • Falls der Sicherungsbereich in die Kreuzungsarme hinein enorm groß ist, und somit von einem einzelnen Schützen schlecht überwacht werden kann, ist der Feind mit Nebel zu blenden 
  • 2 und 3 müssen nach Erreichen der anderen Seite zwischen sich genügend Platz für die nachziehenden Teile lassen. 
  • Restliche Teile ziehen nach, erst dann bewegt sich die kurveninnere HGrp um die Ecke. Von da an
    kann wieder gemeinsam auf gleicher Höhe weiter vorgegangen werden.

 

 

 

2.10. Überwinden von Durchbrüchen

Ist auf einer Seite der Straße ein Durchbruch in einer Mauer, oder eine Lücke zwischen Gebäuden, oder eine Durchfahrt in einen Innenhof, müssen ALLE Teile, die im Straßenzug vorgehen, halten, bis der Durchbruch gesichert und überquert wurde. Hierbei wird nur Überquert, der Innenhof bleibt ungesichert, kann aber durch ev. nachstoßende Teile dann betreten werden.

Ab einer Größe von ca. 3m spricht man nicht mehr von einem Durchbruch, sondern von einem Abzweig. Vorgehen siehe Kapitel „Abzweige und Y-Kreuzungen“.

  • Alle Teile Halt! Meldung Durchbruch rechts. Meist erkennt die gegenüber laufende HGrp einen Durchbruch früher.OHK 21

     

  • OHK 222 tritt aus der Reihe um geradeaus sichern zu können und hockt ab.

 

  • OHK 231 beginnt sich Halbkreisförmig vor dem Durchbruch vorbeizubewegen. (prüfen ob entsichert und Dauerfeuer)
  • Falls das Areal hinter dem Durchbruch zu groß/unübersichtlich für den schützen ist -> Melden -> Einsatz von Blendmittel zum Überwinden!
  • Hauptaugenmerk sind die Ecken links/rechts hinter dem Durchbruch.
  • ACHTUNG! Feuerbereich 2 nicht kreuzen.

 

  • OHK 24Sobald 1 am anderen Ende angekommen ist und „gesichert“ meldet, überschlägt die restliche HGrp rasch und ALLE Teile können weiter auf gleicher Höhe vorgehen.

 

2.11. Eindringen in Durchbrüche

Lautet der Befehl, in den Durchbruch einzudringen, steht die gesamte HGrp im Vormarsch meist nur auf einer Seite des Durchbruches. Die Variante, den Durchbruch mit der Hälfte der Männer zu Überwinden und dann einzudringen birgt das doppelte Risiko, deshalb wird meist von einer Seite her eingedrungen.

 

  • OHK 25Der Schütze 1 versucht so viel wie möglich einzusehen, ohne seine Deckung zu verlassen 
  • Das Areal hinter dem Durchbruch wird mit einer Handgranate vorbereitet. Die Granate wird dicht hinter die Mauer geworfen um speziell die Ecken links/rechts zu säubern.

 

  • OHK 26Nach der Detonation, dringen 1 und 2 unmittelbar aufeinanderfolgend ein 
  • 1 klappt in den Innenhof ein und sichert zuerst die Ecke in die nicht beobachtet werden konnte. 
  • 2 folgt auf den Fuß und sichert die andere Ecke

 

  • OHK 273 folgt hinter 1, 4 folgt hinter 2
  • 3 und 4 sichern nun in das Innere des Innenhofes ab und  bewegen sich hinter ihren Kameraden in kurzem Abstand
  • Beide Trupps arbeiten sich so einmal an der Mauer durch den Hof, bis sie wieder zusammentreffen.

Ist der Innenhof wider Erwarten viel zu groß für eine HGrp oder weit verzweigt bzw. hat mehrere Ein-/Ausgänge, dann ist in sicherer Position zu halten und Verstärkung anzufordern. Meist wird die Verstärkung aber nicht aus der eigenen Grp, sondern aus der Reserve gebildet (3.Grp oder ev. ZgTrp). Der Rest der eigenen Grp hat immer noch den Sicherungsauftrag draußen an der Straße und darf diesen unter keinen Umständen vernachlässigen.